Anna Ospelt


Bio-bibliografische Angaben

Anna Ospelt (geboren 1987 in Vaduz, lebt in Basel) ist Lyrikerin, schreibt journalistische Texte und Kurzprosa.

Während des Studiums Lektoratspraktika bei Suhrkamp/Insel und dem Aufbau Verlag in Berlin. 2012 Teilnahme an der Schreibförderung für NachwuchsautorInnen ›Textstatt‹ des Aargauer Literaturhauses, 2013 Werkbeitrag der Kulturstiftung Liechtenstein, 2014 Einladung an das Kurzgeschichtenfestival ›Kikinda Short‹ in Serbien, seit 2015 Autorin bei Babelsprech, einem internationalen Forum für junge deutschsprachige Lyrik, 2017 Stipendiatin des Literarischen Colloquiums Berlin (LCB).

Seit 2010 Publikationen in Literaturzeitschriften und Anthologien. 2015 erschien die Monografie ›Sammelglück‹ mit Fotografien von Martin Walser im Bucher Verlag. Kooperationen und Spielereien mit anderen Autorinnen und bildenden Künstlern. Übersetzungen von zwei Kurzgeschichten und zwei Kapiteln ihres Buches ›Sammelglück‹ ins Ungarische und Serbische, selbst übersetzt sie Lyrik aus dem Englischen, bisher Gedichte der amerikanischen Autorin und Harvard-Dozentin Elisabeth Sharp McKetta.




10 Fragen …


Wie verläuft Dein Schreibprozess?
Letzthin gab mir jemand den Rat, ich solle versuchen, täglich eine Stunde lang »einfach dazusitzen und zu schreiben«. Ich versuche, diesem Rat nachzukommen. Zudem schreibe ich Briefe. Häufig entsteht aus einem Moment in einem Brief ein darauf folgender literarischer Text.

Der Schreibprozess ist wohl bei jedem Text anders. Auf jeden Fall ist mir wichtig zu lesen, zu schauen, zu spazieren und über Ideen zu sprechen. Das Sprechen übers Schreiben ist nicht unbedeutend.

Zudem Fleiß und Handwerk, außerdem habe ich letzthin auf einer Postkarte gelesen: Das Wichtigste am Können ist das Wollen.



Hast Du eine bestimmte Autorin, einen bestimmten Autor als Vorbild?
Als Erstes kommt mir Peter Handke in den Sinn.

Welches ist Dein Lieblingsbuch?
Heute ist es ›Einladung an die Waghalsigen von Dorothee Elmiger. Es ist so wunderbar leicht geschrieben, ich mag die Kombination aus Übermut und Klugheit.

Welches ist Deine liebste literarische Figur?
Heute ist es Magdalena Stein.


Hast Du eine ganz bestimmte Lieblingsstelle in einem Buch?
»… flatterte es im Gras des Stadions weitum von den Schmetterlingen, die der Dichter Christian Wagner als ›die erlösten Gedanken der heiligen Toten‹ gesehen hat.« Peter Handke, ›Die Lehre der Sainte-Victoire‹ (S. 36).

Wie sehen Deine Schreibpläne für die Zukunft aus?
Schreiben.

Nach welchen Kriterien wählst Du Deine Geschichten aus?

Kennst Du Deine Charaktere in- und auswendig?

Wer sind Deine ersten Probeleser?
Ich verschicke hin und wieder einen neuen Text per Post an eine mir liebe Person.

Gibt es Genres oder Textgattungen, an die Du Dich nicht wagst oder die Dich nicht interessieren?
Ich sehe Textgattungen nicht als Nester an, in die man sich hineinlegen kann. Und sind es doch Nester, falle ich regelmäßig heraus.




Bücher 

Sammelglück. Sammlerinnen und Sammler in Liechtenstein. 10 Portraits

ISBN: 978-3-99018-303-8

Liechtenstein ist ein kleines Land, in dem außerordentlich viele leidenschaftliche Sammlerpersönlichkeiten leben. Von Brieföffnern über zeitgenössische Kunst, von Oldtimern über Heiligenstatuen, von Naturmaterialien über Wintersportartikel – die Helden dieses Buches sammeln mit Furore und haben mit ihren Sammlungen faszinierende Parallelwelten erschaffen.

Diesem Phänomen geht Anna Ospelt nach und porträtiert humorvoll und einfühlsam zehn ausgewählte Sammelnde und ihre Sammlungen. Illustriert werden die Beiträge von stimmungsvollen Fotos des liechtensteinischen Fotografen Martin Walser.


Lyrik von jetzt 3

ISBN: 978-3-8353-1739-0

Die wichtigsten Stimmen der jungen deutschsprachigen Lyrik in einem Band. Autorinnen und Autoren unter 35 aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein. 
Eine neue Generation von jungen Autorinnen und Autoren ist in den letzten Jahren auf den Plan getreten in der deutschen Lyrik: mit eigenen Büchern, in Anthologien und Zeitschriften, in Blogs, aber nicht zuletzt auch auf Lesebühnen in allen Metropolen und in der Provinz. Lautstark macht sie von sich reden, und wird wahrgenommen: von Lesern, aber eben auch und vielleicht sogar vor allem von Zuhörern und Zuschauern. Es zeigt sich: Die Sprechweisen sind außerordentlich heterogen, und faszinierend sind die Interferenzen, das Gespräch untereinander, die Auseinandersetzung zwischen Gruppierungen, deren Neuzusammensetzung.



Weitere Veröffentlichungen
 


(Auswahl)

  • Drei Gedichte. In: 15|10. Jahrbuch 10 des Literaturhauses Liechtenstein. Triesen 2016.
  • Drei Textbeiträge. In: Liechtenstein. Klein, aber oho. Lieblingsplätze zum Entdecken. Meßkirch 2016.
  • Ahornstrasse. In: Der Ort, an dem ich leben würde, wenn ich nicht in einem Bob Dylan-Lied leben kann. Olten 2015
  • Gyűjtőszenvedély (Gyűjtők Liechtensteinből) (Győri Hanna fordításai); zwei Kapitel von ›Sammelglück‹ in ungarischer Übersetzung. In: tiszatáj, 2015
  • Nadin Ferari. In: Criticna Masa – Kritische Masse. Kroatische Literaturzeitschrift, 2014
  • Ein Sommer. In: Das narrativistische Literaturmagazin ›Narr‹ Nr. 9, Olten 2013
  • Der Garten gegenüber der Kirche. In: NaRrgenda. Zwei tausend und vierzehn, Olten 2013
  • Zwei. In: Das narrativistische Literaturmagazin ›Narr‹ Nr. 5, Olten 2012
  • Bonbons. In: Narr Koch les Buch, Olten 2012
  • Luglio. In: Das narrativistische Literaturmagazin ›Narr‹ Nr. 3, Olten 2011
  • Nadine Ferrari. In: Das narrativistische Literaturmagazin ›Narr‹ Nr. 1, Olten 2011

Artikel und Kolumnen in:
  • Kulturmagazin ›Juli‹, 2013
  • Kulturmagazin ›Kolt‹, 2011
  • gezetera.ch (2008-2012; Homepage inaktiv)
  • zeitnah.ch
  • NZZ Campus
  • Schweiz am Sonntag
  • Basler Zeitung