Patrick Kaufmann
Autor, Künstler


Bio-bibliografische Angaben

Der Liechtensteiner Autor und Künstler Patrick Kaufmann wurde am 11. Januar 1971 geboren. Nach einer Architekturlaufbahn studierte er Freie Kunst und Philosophische Ästhetik an der Kunstakademie Basel. Er ist Verfasser von Essays, Texten in Kurzform und Lyrik und schrieb ab Herbst 2013 ein Jahr lang Kolumnen für eine Liechtensteiner Tageszeitung. Patrick Kaufmann lebt und arbeitet in der Schweiz.

Der Kulturjournalist Sebastian Goop schrieb über Patrick Kaufmann: »Patrick Kaufmann, dessen Auseinandersetzung mit dem Medium Text in hohem Maße von seinen Arbeiten im Bereich der bildenden Kunst geprägt ist, ist weniger ein Schriftsteller, der konzeptuell und schematisch schreibt, als vielmehr ein Autor, der Sprache zeichnet, entwirft, meißelt, sie mitunter schonungslos knetet und anschließend wieder achtsam zurechtmodelliert. Wir haben es mit einem Autor zu tun, der Sprache intuitiv (de)konstruiert und letztlich leidenschaftlich zelebriert. Seine Diktion ist die Diktion eines prophetischen Wahnsinnigen, seine Niederschriften kommen als Wetzsteine daher, bestens geeignet zur Schärfung abgestumpfter Sinne. Wer Patrick Kaufmann konsequent liest, dem bleibt am Ende nicht vieles mehr als ein Lachen. Ein Lachen allerdings, das ihm im Halse stecken bleibt.«


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10 Fragen 


Wie verläuft Dein Schreibprozess?
Wenn ich schreibe, erfinde ich etwas oder komponiere ein Stück. Ideen sind immer da oder bereit, im Finden vorhanden zu sein; ich erkenne sie meist schon in mir selbst. Was ich aber brauche, ist die Ruhe, vor allem die Ruhe … Ideen wollen auch gefunden werden, ich denke, Ideen spiegeln sich im Außen und wir schnappen danach wie nach Luft …

Ob Tag oder Nacht, ob Spaß oder Unlust spielt bei mir keine wesentliche Rolle, wenn es schreiben muss, dann schreibt’s.

Hast Du eine bestimmte Autorin, einen bestimmten Autor als Vorbild?
Nein, ich habe kein Vorbild.

Welches ist Dein Lieblingsbuch?
Spontan würde ich sagen: von Patrick White ›Der Maler‹.

Welches ist Deine liebste literarische Figur?
Bruno gefällt mir, weil diese Art und Assoziierung eines Bildnisses gleich dem eines persönlichen Erlebnisses ist, das auf einer Wahrheit beruht. Zu Bruno ist zu sagen: Er ist eine literarische Figur in einem Roman, den ich mal geschrieben habe (unveröffentlicht). Darin wird unter anderem das Erlebnis geschildert, dass ich Bruno einmal ein Geäst aus dem Hals herausholte. Bruno ist ein Hund, und sonst wäre er vermutlich erstickt.

Hast Du eine ganz bestimmte Lieblingsstelle in einem Buch?
Immer wieder neue Lieblingsstellen.

Wie sehen Deine Schreibpläne für die Zukunft aus?
Weiter machen, weiter machen, weiter machen …!

Nach welchen Kriterien wählst Du Deine Geschichten aus?
Ich erfinde Geschichten.

Kennst Du Deine Charaktere in- und auswendig?
Ich bin mich selbst!

Wer sind Deine ersten Probeleser?
Ich.

Gibt es Genres oder Textgattungen, an die Du Dich nicht wagst oder die Dich nicht interessieren?
Nein.



Bücher 

Blicke. Gedichte und Aphorismen von Krikor Arakel Melikyan, Patrick Kaufmann und Roland Schmid-Paleski. Mit Photos von Wolfgang Ikert

(ISBN: 978-3-938069-08-8)


Gedanken des Herausgebers:

BLICKE

Drei Autoren. Drei Männer. Drei Generationen. Drei Blicke.

Aphorismen und Gedichte, die keinen Anspruch stellen auf Objektivität. Jeder der Autoren ist sich seiner Subjektivität bewusst. Blickt auf seine Weise, die zu keiner Wahrheit verdammen will, in seine Welt. Mal zurück, mal nach vorne, mal an die Oberfläche, mal in die Tiefe gerichtet.

Blicke in die Heimatlosigkeit, Blicke der Liebe, Blicke in Zwischenwelten, die zu beschreiben manchmal nur im Ansatz, dann wieder in großen Zügen gelingt.

Sprachbilder entstehen, die sich Regeln entziehen, widersprüchlich wie das Leben selbst, dem sie entsprungen sind.

Träume haben keine Form – keine Logik.

Wir benennen sie, geben ihnen ein Gesicht, ein Bild mit Worten. Ein Maler würde zur Leinwand gehen mit Pinsel und Farbpalette, wir greifen zu Schreibwerkzeug, oft nicht wissend, was dann passiert.

Herzschläge, Sinneswahrnehmungen, Düfte entstehen, die zuvor so noch nicht existiert haben.

Blicke zurück in die Vorgeburtszeit, voraus bis nach dem Tod werden formal Aphorismen oder Gedichte, HERZGEBURTEN eben. Eine Freude manchmal. Danach ein Erschrecken, oft auch Schmerz, etwas benannt zu haben, was unbenannt nicht wahrnehmbar wäre.

Nicht für uns, nicht für die Welt, die sich auch im Sprachlos dreht, einer Schöpfung entsprungen, der wir Namen geben, um sie ihrer Namenlosigkeit zu entreißen, der sie sich nicht entreißen lässt.

So reflektieren wir Leben, das wir zu leben glauben, das wir erlebten im Irrglauben an eine, an die eine Wahrheit, die es nicht gibt, nicht geben kann, es sei denn, wir erfinden sie.

Drei Männer, eine gemeinsame Idee, dieses Buch, das nun vorliegt und Einblicke gibt in unsere Blicke.

Durch die Texte der drei Freunde, deren Portraits Wolfgang Ikert aktuell zu diesem Buchprojekt fotografiert hat, entstanden zusätzlich Fotobearbeitungen als Illustrationen, die Blicke in bereits vorhandene Bilder neu interpretieren.

Roland Schmid-Paleski


Zwischenbereiche Verlag Vorstellung Blicke



Weitere Veröffentlichungen 

(Auswahl)

  • Mondgestein und Co. Schatzkammer Liechtenstein in Vaduz. In: Liechtenstein. Klein, aber oho. Lieblingsplätze zum Entdecken. Meßkirch 2016.
  • Vom Sucher zum Finder. Berlin 2012
  • ohne Titel. In: Berüchtigt. Jahrbuch 3 des Literaturhauses Liechtenstein. Triesen 2009.
  • Über das Ausgestellt-Sein in der Öffentlichkeit. In: BBKL Labor. Triesen 2008
  • bahnhof. saat im staat. In: Lyrik aus Liechtenstein. Vaduz 2005
  • Wurmtransformation. Lyrik und Zeichnungen. Basel 2001.
  • Transformation. Lyrik und Bilder. Triesen 1999.
  • Weltgeschehen. Essay. Brugg 1996.
  • Ergründung des Selbst. Lyrik und Bilder. Brugg 1994