Literatursalon 9

Am 14. Februar 2014 um 19:30 Uhr fand der 9. Liechtensteiner Literatursalon in der Liechtensteinischen Landesbibliothek in Vaduz statt. Den Initiatoren war es eine Freude, folgende Programmpunkte vorzustellen:

›Gedächtnisreihe Ludwig Marxer‹
Der Liechtensteiner Autor Ludwig Marxer lebte von 1962 bis 2006. Er war im Kriminalgenre daheim und veröffentlichte seinen Erstling, den Roman ›Die Schwester‹, im Jahr 2002. ›Tödliches Dreieck‹, eine Sammlung mit Kurzgeschichten des Autors, wurde postum von seiner Familie herausgegeben. ›Bücher & Kunst Wien‹ schrieb dazu in einer Kritik: »Kleine Geschichten, die oft wohl eine Notiz aus der Tagespresse aufgreifen und dann an einem absurden Drehpunkt ins Unerwartete führen.« Und der Salzburger Bibliotheksnachrichten-Dienst sprach von »genialen Kurzgeschichten«.

In Erinnerung an den Schriftsteller startete der van Eck Verlag im Frühjahr 2014 mit einer neuen Edition, nämlich der ›Gedächtnisreihe Ludwig Marxer‹. Sie dient dem Zweck, angehenden Autorinnen und Autoren die Chance zu bieten, ihre noch unveröffentlichten Manuskripte in einem Verlag unterzubringen. Die Gedächtnisreihe umfasst das ganze Spektrum der Belletristik und richtet sich vor allem – aber nicht ausschließlich – an liechtensteinische und in Liechtenstein lebende Schriftstellerinnen und Schriftsteller.

Maurus Federspiel
Der Liechtensteiner Autor Maurus Federspiel, geboren 1974, studierte Creative Writing in New York und war journalistisch tätig. Er lebt in Zürich und hat einen Sohn. Demnächst erscheint von ihm ›Der schöpferische Blick‹, eine Abhandlung über Fragen zur bildenden Kunst.

Im 9. Literatursalon wird er seinen Roman ›Feind‹ vorstellen. Protagonist des Werks ist ein schillernder Prominenter, der in einem labyrinthisch anmutenden Anwesen lebt, umschwirrt von Bediensteten, die ihm jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Doch vermehrt treten befremdliche Aktionen auf: Das Haus selbst scheint sich letzten Endes gegen ihn verschworen zu haben.

Gekonnt greift Maurus Federspiel in seinem ›Feind‹ alptraumhafte Szenen auf, die in ihrer Beschreibung an die Höllengemälde Pieter Brueghels des Älteren erinnern. Sprachlich virtuos zeichnet der Schriftsteller ein Bild der inneren und äußeren Überspanntheit eines Menschen und seiner Umwelt, die sich allmählich in den Wahnsinn steigert.















(Daniel Batliner, Maurus Federspiel, Armin Öhri)















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