Doris Beck, geboren 1961, lebt in Liechtenstein und leitet seit mehr als 20 Jahren ihr eigenes Beratungsunternehmen. Von 2005 bis 2013 war sie zudem im liechtensteinischen Parlament als Abgeordnete tätig, später folgten mehrere Mandate in Verwaltungs- und Stiftungsräten. Als ihr Leben 2020 durch den plötzlichen Tod ihres Lebenspartners aus den Fugen geriet, fand sie Halt im Schreiben. Das autobiografische Memoire ›Gespräche mit Dir‹ war ihr Debüt und ist im Februar 2023 im Bucher Verlag erschienen. Zur Leipziger Buchmesse im März 2026 wird ihr Roman ›Leben finden‹ vom Bucher Verlag präsentiert.
ISBN: - 978-3-9901-8649-7
Im Februar 2020 wird Doris durch den plötzlichen Tod ihres Lebenspartners zum Stillstand gezwungen, an ihre Grenzen gebracht. Auf der Suche nach ihrer Kraft findet sie Zuflucht im Schreiben – ihr Weg, das Unfassbare für sich fassbar zu machen. Sie bewegt sich im Labyrinth der Trauer und Hoffnungslosigkeit langsam Schritt für Schritt – bleibt stehen, verirrt sich, geht mutig weiter.
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Hast Du eine bestimmte Autorin, einen bestimmten Autor als Vorbild?
Nein, Vorbilder habe ich keine. Für mich dreht sich beim Lesen wie beim Schreiben alles darum, neue Lebenswelten kennenzulernen oder Fragestellungen zu vertiefen. Schreiben setzt eine intensive Lebensweise voraus – Offenheit fürs Leben und Liebe zu den Menschen. Das Ausloten menschlicher Untiefen und Höhen verlangt auch, mutig schwierige Themen /Abgründe ins Blickfeld zu holen.
Wie verläuft Dein Schreibprozess?
Ich bin in meiner Arbeitsweise eine strukturierte Person. Mein erstes Schreibprojekt entstand während meines Studiums ›Prosaschreiben‹ und dem anschließenden Aufbaustudium ›Autobiografisches Schreiben‹. Ich benötigte eine Basis – mein Handwerkszeug – und habe versucht, alle Theoriebausteine »verlässlich« in Text und Story umzusetzen. In der Zwischenzeit habe ich gelernt, dass ich mich auf mich selbst vertrauen kann, auf meinen Rhythmus und meine intuitive Auswahl der Vorgehensweise je nach Projekt, dem Stoff, der Figuren, und dabei meinem Drang zu Struktur oder Kreativität nachgebe. Schreibblockaden gibt es, wobei ich erfahren habe, dass in solchen Phasen das Unterbewusstsein die Welt der Figuren stetig weiterentwickelt. Die Beobachtungsgabe wird geschärft, der Fokus der Aufmerksamkeit zugunsten der Charaktere verschoben. Es gibt keine verlorene Zeit und dies beruhigt den gesamten Schreibprozess.
Welches ist Dein Lieblingsbuch?
Ich habe kein explizites Lieblingsbuch. Im besten Fall ist es jeweils das, welches ich gerade lese.
Welches ist Deine liebste literarische Figur?
Ich liebe die Auseinandersetzung mit dem Leben und schätze entsprechend starke Protagonistinnen und Protagonisten.
Hast Du eine ganz bestimmte Lieblingsstelle in einem Buch?
Ich schlage Bücher oft in der Mitte auf und lese in den Text hinein; schnell entwickle ich ein Gefühl für die Geschichte und weiß, ob ich Lust habe, mich darin zu vertiefen.
Wie sehen Deine Schreibpläne für die Zukunft aus?
Weiterschreiben! Schreiben hat für mich eine besondere Anziehungskraft. Sich schreibend mit sich selbst, mit Themen, mit Konflikten, mit Ereignissen, mit Begegnungen auseinanderzusetzen, bringt Klarheit und vieles mehr. Nichts erzwingen und den sich zeigenden Rhythmus annehmen – stetig weitermachen, dies sind meine Schreibpläne.
Nach welchen Kriterien wählst Du Deine Geschichten aus?
Ich würde behaupten, die Geschichten finden mich. Schreiben ist eine einsame und aufwendige Art, sich mit Lebensgeschichten/Lebenswelten auseinanderzusetzen. Ich muss diese persönliche Dringlichkeit verspüren, den Fragen einer Geschichte nachzugehen, erst dann bin ich bereit, ein konkretes Schreibprojekt zu skizzieren.
Kennst Du Deine Charaktere in- und auswendig?
Figurenarbeit zu Beginn heißt für mich, sich diszipliniert mit ihnen auseinanderzusetzen. Während der Entstehung der Geschichte entwickeln sich die Figuren teils eigenständig weiter – so kann durchaus eine Figur respektive ihr Charakter gewisse Grenzen in Szenen setzen. Das Zusammenleben (im Kopf) der Autorin mit den Charakteren zieht sich über Monate/Jahre hin – und ja, ich denke, am Ende kennen wir uns gegenseitig in und auswendig.
Wer sind Deine ersten Probeleser?
Ich interagiere sehr früh und sehr intensiv mit meiner Lektorin. Ebenso schätze ich den punktuellen Austausch mit Autorinnen und Autoren in Kursen und Jahresklassen – aktuell zum Arbeiten mit systemischen Tools. Bisher habe ich noch keinen Zugang gefunden, für meine Romane Probeleserinnen und -leser zu suchen.
Gibt es Genres oder Textgattungen, an die Du Dich nicht heranwagst oder die Dich nicht interessieren?
Ich kann und will nichts kategorisch ausschließen – ich lasse es offen, wohin es mich in den Schreibwelten ziehen wird.
Urheberrechtsnachweis:
Texte und Bilddateien: ZVG Doris Beck