Isabel Wanger

Autorin

Bio-bibliografische Angaben

Isabel Wanger, geboren 1988 in Liechtenstein, lebt und arbeitet seit 2017 in Berlin. Nach dem Studium der Germanistik und der Populären Kulturen Arbeit als Deutschlehrerin und Korrektorin. Derzeit ist sie für die Programmgestaltung des Literaturforums im Brecht-Haus zuständig. Diverse öffentliche Lesungen, u. a. an den 12. Liechtensteiner Literaturtagen und im Rahmen der Veranstaltungsreihe ›Teppich‹ im Literaturhaus Zürich. Ihr Debütroman ›Am Stammtisch‹ erschien 2018, eine kroatische Ausgabe folgte im Jahr darauf.

Werke

Am Stammtisch

ISBN: 978-3-99018-466-0 978-3-90588-157-8

Als Lara von der Bar aus sieht, wie Martina, Max, Adriano und Sebastian auf ihren Laden zulaufen, weiß sie, dass das kein guter Abend wird. Sie stellt schon mal Schnapsgläser bereit. Max, ganz gut gelaunt, fragt Lara: »Wo sind meine Prapsschnalinen?« Lara muss gegen ihren Willen kichern. Martina, mit ängstlichem Blick und kerzengerader Haltung, fragt Max: »Wer war sie und wieso hast du das getan?« Sebastian findet, dass es der richtige Zeitpunkt ist, und fragt Martina: »Wieso redest du mit mir, wenn du mit Max nach Hause gehst?« Lara findet die Max-Martina-Geschichte allerdings spannender und fragt Sebastian: »Wieso merkst du nicht mal, wenn’s nicht um dich geht?« Und Adriano fragt Lara: »Kannst du mir bitte eine Whiskey-Cola machen?« Der Abend dauert lange. Immer mal wieder geraten Personen aneinander, innerhalb der Buchtreff-Gruppe, aber auch außerhalb. Die Stimmung ist aggressiv, alle sind geladen. Kurz bevor die Bar offiziell schließt, greift Max in seine Aktentasche und zieht den Revolver hervor.

Übersetzungen (Auswahl)

Za Našim stolom

(Am Stammtisch, Kroatisch)

ISBN: 978-953-340-085-3

Priča o novim glasovima stara je koliko i masovnija književna produkcija, dakle otprilike tri stoljeća. U današnje doba ona je često samo floskula kojom se gura publici nepoznatoga autora ili autoricu, no čini se da bez obzira na svu istrošenost te sintagme i društvenu umreženost koja u nekoliko sati, a nekada i minuta, novo čini već viđenim, ti novi glasovi ipak još ponegdje postoje. I kada su autentični, jave se ondje gdje ih ne očekuje baš nitko. Na njemačkome govornom području to nije u golemoj Njemačkoj, gdje tisuće mladih autora i autorica pišu posve solidno, nije u književno potkoženoj i zanatski svjesnoj Austriji, gdje mladi autori ulažu velike napore da pronađu svoje mjesto na okomici velikana i horizontali svjetski uspješnih starijih suvremenika, nego u malome i književno zaboravljenom Lichtensteinu. Ondje se, kako se čini, razvija neka svježa, iracionalna, mračna i sumračna, hermetična poetika kakvu smo već vidjeli u romanima Neprijatelj i Mladost, nedavno izdanima na hrvatskome jeziku. Isabel Wanger otišla je iz Lichtensteina u germanističko kulturno velesjecište Berlin da bi kao i mnogi autori i autorice njezinoga naraštaja s te uzvisine pogledala europsku kulturnu panoramu i onda spojila fragmentirane slike lokalnih iskustava s tom širokom vizurom. Osim preciznoga i nesmiljenog uvida u unutarnje mehanizme što pokreću urbanu mladost, ovaj roman donosi i jednu disciplinu već prilično zaboravljenu u romanu: kazališnu situaciju koja se odigra u vrlo ograničenim vremenskim i prostornim okvirima, izbliza i u velikome planu. Kao takav, roman upravo zove na kazališnu adaptaciju, jer sve je idealno, broj likova, scena, dijalozi i napetosti – to je Bog masakra za naraštaj točno upola mlađi od Yasmine Reze. Bez obzira hoće li netko roman Isabel Wanger pretvoriti u dramski tekst, dobro je i važno da ga imamo na hrvatskome, jer on je kadar domaćim piscima, čitateljima i kulturnoj sceni pokazati da roman može biti nešto posve drugo od teške povijesti, od procesa u vremenu i proizvoda krvi i tla.

Weitere Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Johannas Buch (Co-Autorinnen: Nancy Barouk-Hasler, Sabine Bockmühl). In: Reparatur der Zukunft. Jahrbuch 14 des Literaturhauses Liechtenstein, Triesen 2020.

  • To do. In: Von Hand. Schriftzüge durch Liechtenstein, Hohenems 2020.

  • TITEL. In: Der aufrechte Gang. Jahrbuch 13 des Literaturhauses Liechtenstein, Triesen 2019.

  • »Alle einsteigen, bitte!« Der City-Train von Vaduz. In: Liechtenstein. Klein, aber oho, Meßkirch 2016.

10 Fragen

Hast Du eine bestimmte Autorin, einen bestimmten Autor als Vorbild?

Ich schreibe vor allem im Hinblick auf externe Deadlines sehr viel, aber nicht sehr gut. Ein Beispiel dafür kann dieser Fragebogen sein. Dabei schreibe ich auch gerne an lauteren Orten. Manche Kolumnen für das ›Liechtensteiner Vaterland‹ sind auch schon früh morgens in einer Bar verfasst worden. Vielleicht kann man erraten, bei welchen Texten betrunkene Menschen mitgeholfen haben. Wenn keine Deadline da ist, versuche ich das Schreiben tunlichst zu vermeiden.

Wie verläuft Dein Schreibprozess?

Es gibt einige zeitgenössische deutschsprachige Autor:innen, die mich immer wieder überraschen. Eben dachte ich noch, dass es zu einem bestimmten Thema nichts Neues mehr zu sagen gibt, dass das Thema in unzählig anderen Büchern seinen literarischen Höhepunkt erreicht hat – und zack – Sasha Marianna Salzmann bringt ein Buch raus, das meine Perspektive auf Herkunft verändert, oder Sharon Dodua Otoo die auf Frauen und Unterdrückung.

Welches ist Dein Lieblingsbuch?

Am liebsten und auch berufsbedingt lese ich vor allem Romane und Theaterstücke. Dabei entdecke ich viele Lieblingsbücher. Mein erstes Lieblingsbuch, das ich als solche bezeichnete, war ›Fabian‹ von Erich Kästner. Ich konnte mich zum ersten Mal mit einer Hauptfigur identifizieren. Was seltsam klingt, wenn man bedingt, dass Fabian ein 30-Jähriger in den 30er-Jahren in Berlin war und ich knapp 15 Jahre alt.

Welches ist Deine liebste literarische Figur?

Ronja Räubertochter und die Rote Zora waren die ersten Mädchenfiguren, die wild waren und unabhängig sein wollten. Oder die Figuren in Büchern, die sich und die Welt infrage stellen und um ihren Platz kämpfen – und gegen eine Gesellschaft, in der erst um Platz gekämpft werden muss. Beispielsweise in den Geschichten von Svealena Kutschke, Lea Draeger, Mithu Sanyal oder Shida Bazyar.

Hast Du eine ganz bestimmte Lieblingsstelle in einem Buch?

Nach fast jeder Lesung, bei der ich im Publikum sitze, habe ich eine neue Lieblingsstelle. Aktuell sind es mehrere Passagen aus dem Buch ›Rot (Hunger)‹ von Senthuran Varatharajah. Die Sprache ist unheimlich poetisch; der Inhalt teilweise grausig: Unter anderem wird der Vorgang des Tötens und Verzehrens eines anderen Menschen beschrieben – auf dessen ausdrücklichen Wunsch. Aber eigentlich geht es nur darum, ein Gegenüber zu finden und diesem ganz nah zu sein.

Wie sehen Deine Schreibpläne für die Zukunft aus?

Antwort folgt.

Nach welchen Kriterien wählst Du Deine Geschichten aus?

Antwort folgt.

Kennst Du Deine Charaktere in- und auswendig?

Antwort folgt.

Wer sind Deine ersten Probeleser?

Antwort folgt.

Gibt es Genres oder Textgattungen, an die Du Dich nicht heranwagst oder die Dich nicht interessieren?

Antwort folgt.

Urheberrechts- bzw. Quellennachweis:

Texte und Bilddateien: ZVG van Eck Verlag | Isabel Wanger

Autorenporträt: © Kirsten Breustedt