Verena Baum studierte Freizeitgeografie, Betriebswirtschaft und Sozialpsychologie. Als ehemalige Qualitätsmanagerin eines weltweit tätigen Reiseveranstalters ist sie viel herumgekommen und lässt neben umfangreichen Ortskenntnissen auch touristisches Fachwissen in ihre Literatur einfließen. Ihr Debüt, ein Griechenland-Reisekrimi um die Hoteltesterin Viola Landner, wird 2027 im Gmeiner Verlag erscheinen. Nach kürzeren und längeren Stationen in Deutschland, Spanien, Griechenland, der Türkei und der Schweiz lebt die 45-jährige Autorin seit 2020 in Ruggell, Liechtenstein.
ISBN: - (Roman erscheint im Frühjahr 2027)
Inhaltsangabe folgt.
Hast Du eine bestimmte Autorin, einen bestimmten Autor als Vorbild?
Vorbild würde bedeuten, dass es jemanden gibt, an dem ich mich orientiere, der mich bewusst oder unbewusst zur Nachahmung anregt. Ich denke nicht, dass ich ein Vorbild habe. Ich bin der Ansicht, dass jeder seinen individuellen Stil finden muss und auch nur diesen erfolgreich vermarkten kann. Nichtsdestotrotz gibt es einige Autoren, denen ich Hochachtung zolle. So bewundere ich zum Beispiel Sebastian Fitzek für seine vielen Marketingideen (z. B. seine abwechslungsreichen Buchcover oder auch die originellen Orte für Lesungen) und seinen weltweiten Erfolg. Aber es wäre für mich undenkbar, genau das Gleiche zu versuchen.
Wie verläuft Dein Schreibprozess?
Die Idee für eine Geschichte ist plötzlich da und dann überlege ich mir einen groben Plan, quasi einen roten Faden, an dem ich mich entlanghangeln kann. Auch die Charaktere samt Namen definiere ich bereits vor dem eigentlichen Schreiben, die können sich aber noch geringfügig ändern. Wenn ich erst einmal angefangen habe, bin ich wie im Rausch. Dann fliegen die Finger nur so über die Tasten und es geht recht schnell voran. Dabei versuche ich ganz bewusst, die Spannung bis kurz vor Schluss aufrechtzuhalten und den Leser zu fesseln. Auch falsche Fährten lege ich gerne. Immer, bevor ich ein neues Kapitel anfange, lese ich das vorherige noch einmal durch und korrigiere, wenn nötig. Erst wenn es mir gefällt, geht es weiter.
Ich schreibe gerne ohne zeitliche Einschränkung und am liebsten bis in die Nacht hinein. Da können dann auch mal 20 Kapitel in einer einzigen Woche entstehen. Was bei mir gar nicht funktioniert, sind feste Vorgaben, wie z. B. täglich zwei Stunden oder zwei Seiten schreiben.
Sobald die Erstversion fertig ist, geht es ans Fine-Tuning. Im zweiten Durchgang nehme ich inhaltliche Anpassungen vor, korrigiere so manche Schreibweise oder ergänze auch mal ein Kapitel, das mir spontan noch eingefallen ist. Dann lese ich das Ganze ein weiteres Mal komplett durch und wenn ich zufrieden bin, bekommt es mein Mann zum Korrekturlesen.
Welches ist Dein Lieblingsbuch?
Ich lese sehr gerne und sehr viel, aber jedes Buch nur einmal. Ein Lieblingsbuch im eigentlichen Sinne gibt es bei mir nicht. Generell mag ich aber alle Bücher von Charlotte Link, Nele Neuhaus, Sebastian Fitzek, Arno Strobel, Andreas Gruber, Richard Dübel, Silvia Götschi, Steve Cavanagh oder auch Ken Follett. Da weiß man, was man bekommt. :-)
Welches ist Deine liebste literarische Figur?
Ich tue mir schwer, eine Figur zu favorisieren. Es gibt einfach zu viele. Der BKA-Profiler Maarten S. Sneijder in der Krimi-Reihe des österreichischen Autors Andreas Gruber gefällt mir, weil er so ein absoluter Anti-Mensch ist. Er ist ein brillanter Ermittler, aber ansonsten das totale Ekel. Er hasst Menschen, ist Kettenraucher, braucht ständig Marihuana und Rooibos-Tee mit Vanillearoma und akupunktiert sich selbst. Seine bösen Kommentare, die nur selten oberhalb der Gürtellinie sind, schockieren jedoch am meisten. Kurzum: ein Typ, mit dem man im normalen Leben am liebsten keine Berührungspunkte haben möchte. Aber ihn bei seinen Kriminalfällen zu begleiten, als unsichtbarer Zuschauer, das ist für mich jedes Mal ein humoristischer Hochgenuss.
Hast Du eine ganz bestimmte Lieblingsstelle in einem Buch?
Nein.
Wie sehen Deine Schreibpläne für die Zukunft aus?
Ich stehe mit Viola Landner, meiner Hotelinspektorin, noch ganz am Anfang. Auf Kreta wird sie in ihren ersten Kriminalfall verwickelt. Aber es war mir von Anfang an klar, dass es weitergehen wird und ich eine ganze Reihe schreiben möchte. Viola reist schließlich berufsbedingt ständig durch die Welt und das bietet somit mehr als genug Stoff für weitere spannende Geschichten um die Hotelinspektorin. Ihr nächster Fall wird auf den Malediven spielen, wo ein Taucher spurlos verschwindet. Das Buch soll im Frühjahr 2028 erscheinen. Dann wird sich zeigen, ob Nahziele (Europa) und Fernziele (wie Asien, Afrika) beim Leser gleichermaßen punkten können oder ob ich mich geografisch einschränken muss, was ich nicht hoffe. Denn ich würde Viola sehr gerne noch in Thailand, Namibia oder auf den Seychellen im Einsatz sehen.
Daneben könnte ich mir auch vorstellen, einen einzelnen Roman zu einem völlig anderen Thema zu schreiben, also keinen Reise-Krimi sondern vielleicht ein Familiendrama. Ideen dazu sind bereits in meinem Kopf.
Nach welchen Kriterien wählst Du Deine Geschichten aus?
Schwer zu sagen. Die Einfälle kommen einfach »angeflogen«. Wahrscheinlich schreibe ich die Geschichte so, wie ich sie selbst am liebsten lesen möchte. Wichtig ist mir, dass sie halbwegs realitätsnah ist. Es sind ja am Ende alles Menschen wie du und ich, deren Urlaub eine unerwartete Wendung nimmt. Schicksalsschläge, wie sie jeden von uns ereilen können. Manche haben Glück, werden gerettet und entgehen knapp dem Tod, andere, die vielleicht einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort sind, erwischt es. Das mag bitter und ungerecht klingen, aber so ist das Leben. Doch es gibt ja auch jedes Mal Figuren, die gestärkt und mit einem neuen Lebensplan aus so einer Geschichte hervorgehen, und das gleicht es dann quasi wieder aus.
Kennst Du Deine Charaktere in- und auswendig?
Ich denke nicht, auch wenn ich mich sehr intensiv mit ihnen beschäftige und auseinandersetze. Der eine oder andere überrascht mich im Laufe des Schreibens mit ungeahnten Eigenschaften und manchmal passiert es auch, dass eine Randfigur plötzlich doch in die zentrale Handlung integriert wird, weil sie sich unerwartet in den Vordergrund drängt. Es ist also auch für mich immer ein bisschen Überraschung dabei und das macht mir extrem Spaß.
Wer sind Deine ersten Probeleser?
Mein Mann ist aktuell der erste Kritiker, bevor ich das Manuskript an jemand anderen gebe. Noch macht er diese Arbeit gerne, ich hoffe, das bleibt so. Im Anschluss bekommen es verschiedene lesebegeisterte Freundinnen, da ich natürlich auch auf das Feedback der weiblichen Seite gespannt bin. Frauen lesen Bücher anders als Männer. Und ich denke, meine Bücher werden eher von Frauen gelesen, aber das ist reine Vermutung.
Gibt es Genres oder Textgattungen, an die Du Dich nicht heranwagst oder die Dich nicht interessieren?
Ich glaube, jeder hat seine Stärken und seine Talente und niemand kann alles können. Mit Wagen hat das bei mir nichts zu tun, eher mit Desinteresse. Ich glaube, wenn man das Interesse nicht mitbringt, kann auch nichts Tolles dabei herauskommen. Warum sollte ich z. B. Gedichte schreiben? Das wäre reine Zeitverschwendung, da es mich nicht interessiert, mir keinen Spaß macht und ich entsprechend nicht gut dichten würde. Interesse, Freude und Leidenschaft braucht es bei allem, was man erfolgreich zustande bringen möchte, das gilt nicht nur fürs Schreiben.
Urheberrechtsnachweis:
Texte und Bilddateien: ZVG Verena Baum
Foto: © Monika Kessler